25/05/14

20 Uhr

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Vielleicht
sehen wir uns nochmal — Lesung aus den Briefen von
Clara Grunwald

Lange Nacht der Museen

 

Die Kulturscheune Neuendorf im Sande e.V. greift im Rahmen der diesjährigen Langen Nacht der Museen die Ortsgeschichte des ehemaligen jüdischen Ausbildungslagers auf,

das sich auf dem ehemaligen Gutshof in Neuendorf im Sande nahe Fürstenwalde befand. Hier war eine von insgesamt 32 deutschen Hachschara-Ausbildungsstätten für jüdische junge Erwachsene, die sich mittels einer landwirtschaftlichen oder handwerklichen Ausbildung als Siedlungspioniere die Ausreise nach Palästina, Argentinien und anderswo erhofften.  Diese Hoffnung wurde jedoch spätestens nach der Wannsee-Konferenz der Nationalsozialisten gänzlich zerschlagen.

Weil Berlin inzwischen unhaltbar war, wurde das Landwerk Neuendorf für Berliner Juden ein Zufluchtsort, eine Insel
im »braunen Meer«. Neuendorf  war schließlich eine der letzten dieser Ausbildungsstätten, bis 1943 die letzte Deportation
nach Ausschwitz erfolgte. Die Pädagogin Clara Grunwald
(1877—1943) war in Neuendorf für die Erziehung der Kinder des Lagers verantwortlich. Möglich wurde das dank ihrer Pflegetochter Bertel, die inzwischen mit dem Leiter des Landwerks, Martin Gerson verheiratet war. Auch ihre Freundin, Charlotte Joël, eine in den zwanziger Jahren gefragte Berliner Fotografin, fand hier Zuflucht.

Clara Grunwald hat sich bereits zu Lebzeiten Maria Montessoris für die Verbreitung der Montessori-Pädagogik in Deutschland eingesetzt. Schließlich half sie jüdischen Mitbürgern, das Land zu verlassen und auszuwandern. Zu den Auszubildenden in Neuendorf zählte auch Hans Rosendahl, der sich später als Quizmoderator von »Dalli Dalli« im deutschen Fernsehen berühmt wurde. Die von ihr erhaltenen Briefe aus Neuendorf schrieb Clara Grunwald an eine Freundin. Sie sind ein bewegendes Dokument menschlicher Haltung.

 

Für die Lesung aus den Briefen konnte die Berliner Schauspielerin Charlotte Sieglin gewonnen werden.

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